Kleinunternehmerregelung ab 2026: Für wen ist sie sinnvoll?
Kleinunternehmerregelung: Vorteile, Nachteile und wer sie nutzen sollte
Die Kleinunternehmerregelung wurde zum 1.1.2025 umfassend reformiert.
Seitdem gilt: Wer im Vorjahr einen Gesamtumsatz von nicht mehr als 25.000 EUR erzielt hat, ist im laufenden Jahr Kleinunternehmer – und zwar so lange, bis im laufenden Jahr die Grenze von 100.000 EUR überschritten wird. Mit Überschreiten dieser Grenze erfolgt ein automatischer Wechsel in die Regelbesteuerung.
Vorteile der Kleinunternehmerregelung
Keine Umsatzsteuer auf Rechnungen: Kleinunternehmer*innen weisen keine Umsatzsteuer aus und führen auch keine Umsatzsteuer an das Finanzamt ab.
Weniger steuerliche Pflichten: Es entfallen viele umsatzsteuerliche Pflichten, wie z. B. die regelmäßige Abgabe von Umsatzsteuervoranmeldungen (außer in Sonderfällen, z. B. bei § 13b UStG) und Umsatzsteuererklärungen.
Liquiditätsvorteil: Die vereinnahmten Entgelte stehen in voller Höhe zur Verfügung, da keine Umsatzsteuer abgeführt werden muss.
Nachteile der Kleinunternehmerregelung
Kein Vorsteuerabzug: Eingekaufte Waren und Dienstleistungen können nicht mit Vorsteuerabzug bezogen werden. Das kann insbesondere bei hohen Investitionen nachteilig sein.
Möglicher Wettbewerbsnachteil im B2B: Die Nutzung der Kleinunternehmerregelung kann bei größeren Akquisen oder Vertragsanbahnungen von Nachteil sein, weil z.B. die vorhandenen personellen Kapazitäten zu niedrig eingeschätzt werden.
Vorteile der Regelbesteuerung (Ausweis von Umsatzsteuer)
Vorsteuerabzug: Die für Betriebsausgaben gezahlte Umsatzsteuer kann als Vorsteuer geltend gemacht werden.
Flexibilität bei Investitionen: Besonders bei geplanten größeren Anschaffungen oder Investitionen ist die Regelbesteuerung oft vorteilhaft.
Attraktivität für Geschäftskund*innen: Im B2B-Bereich ist die Ausweisung der Umsatzsteuer meist kein Nachteil, da die Kunden zum Vorsteuerabzug berechtigt sind.
Nachteile der Regelbesteuerung (Ausweis von Umsatzsteuer)
Mehr Bürokratie: Es müssen regelmäßig Umsatzsteuervoranmeldungen und Jahreserklärungen abgegeben werden.
Liquiditätsbelastung: Die vereinnahmte Umsatzsteuer muss an das Finanzamt abgeführt werden.
Bindungsfrist bei Verzicht: Wer auf die Kleinunternehmerregelung verzichtet und in die Regelbesteuerung wechselt, ist für 5 Jahre an die Regelbesteuerung gebunden.
Für wen ist die Kleinunternehmerregelung sinnvoll?
Kleine Unternehmen und Existenzgründer*innen mit geringen Umsätzen und wenig Investitionen profitieren von der Einfachheit und der geringeren Bürokratie.
Unternehmer*innen, die überwiegend Dienstleistungen oder Verkäufe an Privatkund*innen erbringen, da diese keinen Vorsteuerabzug haben und der Bruttopreis entscheidend ist.
Unternehmer*innen ohne größere Investitionen, da der fehlende Vorsteuerabzug dann weniger ins Gewicht fällt.
Für wen ist die Regelbesteuerung sinnvoll?
Unternehmen mit hohen Investitionen oder vielen Geschäftskunden (B2B), die den Vorsteuerabzug nutzen können.
Wachstumsorientierte Unternehmen, die voraussichtlich die Umsatzgrenzen überschreiten werden.
Konsequenzen bei Überschreiten der Umsatzgrenzen
Mit Überschreiten der 100.000 EUR-Grenze im laufenden Jahr erfolgt ein automatischer Wechsel in die Regelbesteuerung. Ab diesem Umsatz unterliegen alle weiteren Umsätze der Umsatzsteuerpflicht. Ein unterjähriger Wechsel ist seit 2025 möglich und bei der Überschreitung der Grenze verpflichtend.
Fazit: Die Kleinunternehmerregelung bleibt auch ab 2026 für viele kleine Unternehmer*innen attraktiv, insbesondere wenn der Kundenkreis überwiegend aus Privatpersonen besteht und keine größeren Investitionen geplant sind. Wer jedoch regelmäßig investiert oder vor allem Geschäftskund*innen bedient, sollte die Regelbesteuerung in Erwägung ziehen. Ein Wechsel ist mit Fristen und Bindungswirkungen verbunden und sollte gut geplant werden.
Wir unterstützen dich gern bei Änderungswünschen und prüfen im Rahmen der Erstellung der Buchhaltung, ob die Umsatzgrenzen überschritten wurden. Bei Fragen oder Unsicherheiten – melde dich einfach bei uns!
Dein Team der smarta Steuerberatung
Erik
29. Januar 2026
Weitere Tipps & Artikel
Wichtige (steuerliche) Änderungen ab 2026
Wichtige Steuer- und Gesetzesänderungen 2026 im Überblick
Steuern
Kfz-Steuerbefreiung für E-Autos verlängert: Was bedeutet das für dich?
Neue Regelung schafft fünf Jahre mehr Steuervorteile für Elektrofahrzeuge.
Steuern
Ist die neue Grundsteuer verfassungsgemäß?
Was bedeutet das BFH-Urteil für dich als Immobilienbesitzer*in?
Steuern
Was musst du ab 2026 beim Laden von Elektro- und Hybridfahrzeugen steuerlich beachten?
Neue Regeln für Ladeerstattung, Wallbox-Zuschüsse und steuerfreie Vorteile.
Steuern





